Rennsteig: 5. Etappe

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Oberhof – Frauenwald: 13.09.2022

Der Wetterbericht hatte recht. Der Wirt vom Waldschlösschen gibt uns zusammen mit dem Wanderverpflegungsbeutel eine Regenschutzfolie und lächelt dabei. Zurecht, denn es regnet schon, bevor wir den ersten Schritt gemacht haben. Der Regenschutz vom Wirt wandert in die Notausstattung. Wir nutzen unsere Regen-Ponchos.

Heute erreichten wir drei mal den höchsten Punkt.

Der höchste Punkt des Rennsteigs liegt in einer Höhe von 973 Metern direkt am Weg und ist mit einer Tafel markiert. Dort ließen wir auch den Regen hinter uns.

Am Großen Beerberg bekommen wir von Christel, einer Eingeborenen, den Hinweis, dass der eigentliche Gipfel noch wenige hundert Meter hinter dem Aussichtsturm liegt. Er ist aber gut zu erreichen. Ein schmaler Pfad führt dort hin. Es geht vorbei an Blaubeeren die sogar noch ein paar Früchte tragen und wohl auch dem Berg den Namen gaben. An diesem Gipfel haben wir eine Höhe von 983 Metern erreicht.

Noch ein weiterer Gipfel wird durch uns heute bezwungen werden. Der Schneekopf. Er ist zwar nur 978 Meter hoch. Also 5 Meter niedriger als der Große Beerberg. Er hat aber einen Aussichtsturm. Wer wie wir den Eintritt nicht scheut, die 3 € investiert und den erst zwei Jahre alten Turm besteigt, genießt in einer Höhe von 1004 m einen Rundumblick über Thüringen.

Wolken, die uns beim Start und nass gemacht haben, liegen jetzt unter uns. Wir erkennen Oberhof, den großen Inselsberg und andere Gipfel.

Die Unterkunft heute, das Hotel Waldfrieden in Frauendorf, ist das erste Haus am Platz. Die Gaststätte hat einen Einzugsradius von 40 Kilometern. Das Konzept ist originell. Die Speisekarte ist Bestandteil einer Hauszeitung, das Kaminblatt. Für Lektüre bis zum Essen ist also gesorgt. Man braucht das Handy nicht. Wer es trotzdem dabei hat, bekommt natürlich auch hier, wie in allen unseren Unterkünften, Zugang zum hauseigenen WLAN. Die bereits erwähnte Speisekarte bietet unter anderem auch Grillgerichte. Das Fleisch zu diesen Gerichten wird direkt im Gastraum im Kamin gegrillt. Sitzt man günstig, kann man dabei zuschauen. An jedem Dienstag, so verrät es die Speisekarte, gibt es Leber mit Kartoffelpüree. Ich frage nach: Warum nur Dienstags? und bekomme die erwartete Antwort. Weil am Dienstag geschlachtet wird und so die Schweineleber frisch ist. Ich kann nicht widerstehen, bestelle die Leber und bereue es nicht.

Die 5. Etappe. Der Schneekopf mit seinem Aussichtsturm ist der höchste Punkt auf unserer heutigen Tour.
Ein Waldgeist will uns erschrecken.
Wer noch höher hinaus will, muss den Rennsteig verlassen.
Blick vom Aussichtsturm am Großen Beerberg nach Suhl.
Kein Gipfelkreuz und auch kein grandioser Ausblick, aber der höchste natürliche Punkt in Thüringen. Der Gipfel des Großen Beerberg.
Das Gipfelkreuz auf dem Schneekopf. Es geht noch höher, auf den Turm.
Blick vom Schneekopf in Richtung Gräfenroda.
Steht ja dran und kann man wohl auch erkennen. Ein Blick zurück nach Oberhof, von wo wir heute früh aufgebrochen sind.
Die Baude am Schneekopf hatte leider oder vielleicht auch zum Glück Ruhetag. Nicht so schlimm. Wir hatten (wie an jedem Wandertag) Verpflegung dabei.
Bei jeder dieser Begegnungen habe ich mich gefragt: wie sind die Wanderer ab hier weitergekommen? Uns ist dieses Schicksal mit den durchgelatschten Schuhen erspart geblieben.
Ein Bahnhof am Rennsteig? Ja, gibt’s wirklich. Manchmal kommen hier sogar Züge an und wenn nicht gerade Ruhetag ist, bekommt man hier auch zu essen und zu trinken. Der Bahnhof am Rennsteig ist ein Restaurant. Rainer wusste das von Anfang an.
Hier und da wurden alte Bäume stehen gelassen, auch wenn man im Hintergrund die von Menschenhand bestimmte Waldstruktur gut erkennen kann.
Dieses Symbol begleitet uns nun schon 5 Tage lang auf unserer Wanderung. Manchmal ist das R auch nur auf Baumstämme aufgemalt. Es ist aber immer schön, das R zu erblicken, wissen wir doch jetzt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

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